Zimra Huzunpa-Arridam
Spielerin: Judith
Geboren in einem kleinen Dorf in der Mark namens Untermarkschlag als Tochter einfacher Handwerker.Als kleines Kind war Zimra nicht nur das Juwel, dass sich ihre Eltern bei der Namensgebung gewünscht hatten, sie war auch schon früh wortgewandt und aufgeweckt, fast schon empathisch. Das fiel auch einem vorbeikommenden Izindubeth auf und kaum war sie 10 Jahre alt durfte sie in einen Tempel und lernte dort lesen und schreiben und auch schon erste Sachen über die Elemente lernen. Ihre Eltern waren sehr stolz auf sie, wäre sie doch die erste Izindubeth aus dem Dorf und der Familie gewesen. Doch dann kam die Pubertät. Plötzlich war sie alles andere als ausgeglichen - und das in einem Masse, dass die anderen Schüler in einem ähnlichen Alter weit überstieg - sie war patzig, verstockt, überhaupt nicht mehr einfühlsam, konnte sich auch nicht mehr gut ausdrücken... und Jungs hinterherschauen war ihr viel Wichtiger als Lernen, weswegen sie nicht nur keine gute Schülerin mehr war, sondern auch Unruhe in den Tempel brachte. Schliesslich ging es nicht mehr anders, ihre Lehrer sahen für sie keine Zukunft mehr im Tempel, sie schickten sie heim.
In den nächsten Jahren begriff sie erst, was sie verloren hatte. Aber es half nichts, sie konnte sich nicht mehr so in Menschen hineinfühlen wie als Kind. Sie hatte kein Gefühl mehr dafür, ob etwas im Gleichgewicht war oder nicht. Und vor vielen Leuten zu reden erzeugte eher Angst bei ihr. Aber sie hatte auch begriffen, dass ihr eine andere Aufgabe im Tempel aufgrund ihres Verhaltens verwehrt worden war, deswegen mochte sie nun auch nicht mehr mit den jungen Männern des Dorfes anbändeln - im Vergleich mit den klügsten Jungen des Landes, die im Tempel ausgebildet wurden, um eventuell Izindubeth zu werden, schienen die ihr auch nicht erstrebenswert.
Es blieb ihr noch das bisschen Bildung, dass sie erhalten hatte. Vor allem Lesen und Schreiben, ein bisschen Rechnen. Das konnte sie alles in den Handwerksstuben ihrer Eltern, Tanten und Onkel einbringen. Auch wenn ein ordentliches Schreiben an jemand Höhergestellten aus dem Dorf geschickt werden sollte, kam man bald zu ihr. So wurde sie mehr oder weniger zur Schreiberin des Dorfes.
Im Spätherbst kam gemeinsam mit Urgis selbstangefertigtem Hammer die Nachricht ins Dorf, dass Urgi Tamar-Daria, Cousine von Zimra, die vor vielen Jahren nach Siebentürmen verheiratet worden und inzwischen verwitwet gewesen war, im Dienst der Armee irgendwo in der Ferne umgekommen war. Zimra musste den Brief ihrem Onkel und ihrer Tante zig Mal vorlesen, aber sie verstand ihn selbst nicht. Irgendwie konnte sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier sehr höflich um irgendetwas drum rum geredet wurde, dass mehr dahinter steckte, als die Worte "ehrenvoller Tod im Einsatz" aussagten. Bis der Winter vorüber ging, hatte die Familie beschlossen, dass Zimra nachfragen gehen sollte. Sie war am Ehesten abkömmlich im Dorf und würde vielleicht am Besten höflich reden können, um die zu finden, die mehr über Urgis Tod wussten.
Es war ein unglücklicher Zufall, dass Zimra genau dann in Siebentürmen in den Kasernen nach jemand suchte, der ihr weiterhelfen konnte, als gerade in der Frühlingsrekrutierung sich die neuen Bewerber für die Armee einschreiben konnten. Eine Reihe von Missverständnissen später war Zimra plötzlich als Schreiberin für die Armee verpflichtet, für ganze sieben mal sieben Monate. Das Einzige, was sie bisher über Urgi rausgefunden hatte war, dass sie an die Leute, die bei ihrem Tod dabei waren, nur schwer rankam. Die Zofe der hohen Dame Xanya, ein Izindubeth, dessen Name ihr nicht genannt werden konnte, eine Kundschafterin, die schon längst wieder fern von Siebentürmen eingesetzt war, und wer eigentlich den Befehl gehabt hatte, konnte oder wollte ihr bisher noch niemand sagen. Sie beschloss, dass sie fürs Erste die Grundausbildung der Armee, die auch sie als Schreiberin mitmachen musste, durchstehen würde. Vielleicht hatte sie ja, wenn sie erst zu Einsätzen geschickt wurde, mehr Glück damit, die richtigen Menschen zu finden.